Studie zur Qualitätsmessung in Pflegeheimen: „Modellhafte Pilotierung von Indikatoren in der stationären Pflege (MoPIP)“

Eine kürzlich an der Universität Bremen (Zusammenarbeit zwischen UBC-Zentrum für Alterns- und Pflegeforschung, UBC-Zentrum für Sozialpolitik und KKSB) durchgeführte Studie befasste sich mit einem vom Gesetzgeber (Vertragsparteien in der Pflege nach § 113 SGB XI) festgelegten indikatorgestützten Verfahren zur Qualitätsmessung in Pflegeheimen. Forschungsleitende Fragen waren zum Beispiel die notwendigen Voraussetzungen, welche die Pflegeeinrichtungen benötigen, um das neue System zu übernehmen. Für die 15 Qualitätsindikatoren des ursprünglich von Wingenfeld et al. (2011) entwickelten Verfahrens wurde unter anderem untersucht, wie gut ihre Reliabilität und wie praktikabel ihre Umsetzung für die Pflegeheime ist. Eine weitere wichtige Frage war, wie sich die erhobenen Daten auf Plausibilität und Validität kontrollieren lassen.

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Die modellhafte Pilotierung erfolgte in Pflegeheimen unterschiedlicher Trägerschaft in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Das Personal vor Ort erhob die Daten zu mehreren Zeitpunkten, damit untersucht werden kann, wie zuverlässig Veränderungen im Gesundheitszustand der Bewohnerinnen und Bewohner durch die Qualitätsindikatoren abgebildet werden. Die Reliabilität der Indikatoren wurde genau überprüft, zum Beispiel in Bezug auf Mobilitätserhalt oder das Entstehen von Dekubitus. Um möglichst gerechte Ergebnisse im Vergleich der Pflegeheime zu erzielen, wurde eine Risikoadjustierung vorgenommen, welche auch die Schwere der Fälle und die persönliche Krankengeschichte berücksichtigte. Dazu wurde der Gesundheitszustand mit verschiedenen Skalen messbar gemacht.

Die erhobenen Daten wurden von April 2016 bis Februar 2017 am KKSB ausgewertet. Die Ergebnisse gestalten sich unterschiedlich in Bezug auf die verschiedenen Qualitätsindikatoren. Einige Indikatoren sind in der vorgeschlagenen Form gut zur Qualitätsmessung geeignet, für andere wird aufgrund der Erkenntnisse der Studie eine Nachadjustierung vorgeschlagen, bevor das Verfahren ab 2018 bundesweit zur Anwendung kommt. Der Abschlussbericht zur Studie befindet sich auf den Seiten des GKV-Spitzenverbandes